HouseHaus | MONTAFON EINSTIEGSTELLEN

MONTAFON EINSTIEGSTELLEN

Ort: Montafon, Österreich

Offener Wettbewerb

Entwurf: Martin Kläschen, Carl Ray Miller

 

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Der Wiedererkennungswert der kubischen Einstiegsstellen ergibt sich aus ihrer Massivität. Das Alpenmassiv ist der Ort. Massivbauweise ist die Tradition. In der Massivität liegt die Nachhaltigkeit dieses Entwurfes.

 

Materialisierung

In Hinsicht auf die große Menge der Haltestellen, garantieren industriell vorgefertigte Fertigbauteile günstigste Herstellungskosten, die sich nach unseren Schätzungen im Rahmen der vorgegebenen Bausumme hält. Entsprechend sind die tragenden Elemente aus “Massivholzmauer”-Bauteilen im Horizontalverband in kürzester Zeit zusammensetzbar.

Massivholzmauer ist ein tragendes Material, das ähnlich wie Sperrholz aus kreuzweise verbundenen Holzschichten aufgebaut ist und daher geringe thermische Massenspeicherwerte und eine hohe Feuerwiderstandsklasse besitzt, die mit Blockholz vergleichbar ist. Die taktilen Eigenschaften von Holz sind besonders gefällig sowohl im Winter als auch im Sommer. Selbst bei sehr niedrigen Temperaturen im Winter ist es  angenehm an einer Wand zu lehnen oder sich in die Nische zu setzen und auf den Bus zu warten.

Die massive Bauweise und das Material „Massivholzmauer“ machen den Entwurf extrem ökologisch im Materialeinsatz und nachhaltig in Bezug auf den Betrieb und Erhalt, da der Wartungsaufwand sehr gering sein wird.

Alternativ besteht auch die Möglichkeit den Entwurf aus Fertigbetonbauteilen zu verwirklichen. In diesem Fall sind jedoch die Massenspeichereigenschaften von Beton bei niedrigen Wintertemperaturen zu berücksichtigen, welche dazu beitragen werden, dass der Innenbereich unbehaglich auskühlen wird.

 

Oberflächenqualitäten

Holz hat eine freundliche Farbe mit warmer Tönung. Seine Verwitterungserscheinungen sind typisch für die Region. Die etwas zerklüftete Oberfläche ist Graffiti unfreundlich, jedoch taktil angenehm bei sowohl  Sommer- als auch Wintertemperaturen.

 

Modulbauweise

Die tragenden Bauteile (Fundament, Wand, Decke) sind als Systemmodule entwickelt, welche flexibel kombinierbar sind und auf diese Weise gewährleisten, dass Einstiegsstellen in unterschiedlicher Grösse kostengünstig hergestellt werden können. Durch den Einsatz von CNC-gesteuerten Fräsen können die jeweiligen Bauteile gemäß ihrer spezifischen Interaktion mit der Umwelt, geformt werden. So können die Wandelemente zum Beispiel mit Schlitzen versehen werden, die als Fahrradständer dienen.

Ein weiteres Modul ist ein einfacher verzinkter Stahlrahmen, der auf den Wandflächen montiert wird und dazu dient, die Fahrräder anzuschließen oder das Skigerät abzustellen.

 

Ortsspezifischer Offener Plan

Die offene Konstellation der Wände rahmt die wunderschöne Landschaft und erlaubt Übersicht über den öffentlichen Raum, was dem Nutzern ein Gefühl von Sicherheit und Verbundenheit mit dem Ort vermittelt.

Des Weiteren funktionieren sie gewissermaßen als Pforten, also als Transitive Räume oder Zwischenräume, die eine Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln, wie Fahrrad, Bus, Gondel, Lift, Auto und Fuß bilden.

Die Wände sind immer so orientiert, dass sich der Nutzer in Sichtverbindung zur Anfahrrichtung des Bus befindet und gleichzeitig Schutz vor Wind, Regen, Schnee und Hitze findet.

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